Sound & Research

solipsistische Musikbetrachtung

Lecture

IF/THEN/SHOW/TIME oder: Wie ich mein eigener Algorithmus wurde

Gedanken zur Archivierung (von Musik)

Aus dem Vorhaben, lediglich meine iTunes Bibliothek aufzuräumen ist ein lebendiges Archiv entstanden, das Musik und künstlerische Strömungen von den Futuristen bis zu Hyperdub abbildet. Neben thematischen Abteilungen gibt es darin auch stimmungsbasierte Ansätze, aus denen sich vielstündige Playlist-Programme speisen – konzipiert für den Shuffle Modus. Ihre Zusammenstellung ist von analytischen Verfahren internationaler Musikanbieter wie Muzak und DMX inspiriert, die u.a. Mc Donald’s, H&M oder Starbucks mit einem auf das Image der Marke zugeschnittenen Musikprogramm beliefern.

Dauer ca. 45 Minuten, u.a. gehalten 2017 an der Akademie der Bildenden Künste München

kopfhörer

 

Operation Ohr

I – Musik und Klang in militärischer Verwendung

Spätestens seit in der Bibel erwähnt wurde, dass die Stadtmauern Jerichos durch den Klang von Posaunen eingestürzt wären, gehören akustische Mittel zum festen Bestandteil militärischer Praxis und Strategie. Armeen des Mittelalters machten sich die identitätsbildende Funktion von Instrumenten wie Dudelsack und Trommel zunutze – und auch heute noch ist man beim Militär davon überzeugt, dass Marschmusik der guten Stimmung innerhalb der Truppe zuträglich ist. (mehr)

Dauer ca. 60 Minuten mit Klangbeispielen, u.a. gehalten 2009 im Rahmen des Kongresses Klangmächte zu Dimensionen akustischer Verletzung und Gewalt an der FU Berlin

II – Der Gehörgang als Mittel der Bewusstseinskontrolle

Seit einigen Jahrzehnten forschen Wissenschaftler und Musiker nach Möglichkeiten, die das Ohr als Einlasstor nutzen, um das Bewusstsein zu steuern – von Methoden, um schreiende Babies zu beruhigen bis zum Kommunizieren von Geschäftsinteressen. (mehr)

Dauer ca. 60 Minuten mit Klangbeispielen, u.a. gehalten 2010 im Rahmen des Symposiums SPECTRA zu Verschwörungstheorien in Valencia

First Earth
Aus dem Field Manual des First Earth Battalions (Illustration: Lieutenant Colonel Jim Channon)

Kontaktaufnahme

Bedeutungsebenen von Field-Recordings

Anhand von Klangbeispielen werden drei Kategorien von Field-Recordings betrachtet und Bedeutungsebenen untersucht, die aufgenommenen Geräuschen innewohnen können.

Reine Dokumentationen leben von der Unmittelbarkeit ihrer Klänge. Sie berichten unverfälscht und ungeschnitten von soziokulturellen Phänomenen oder eröffnen intime Einblicke auf Orte und Situationen. (mehr)

Dauer 2 Stunden, zuletzt gehalten 2017 in Verbindung mit Soundwalks für die Klasse von Jorinde Voigt an der Akademie der Bildenden Künste München

kontakt

 

Was ich kriegen will, das hab’ ich nicht

Der Einfluss indischer Musik auf westliche Musiker

I – Going back to my Roots (and back again)

Viele Kinder indischer Einwanderer suchen in Großbritannien nach gesellschaftlicher Anerkennung. In den Neunzigerjahren setzten sich die Musiker unter ihnen bewusst mit ihren indischen Wurzeln auseinander. In der Popmusik und im dance-orientierten Bhangra hatten sie damit mitunter großen Erfolg. Auch in den Hitparaden der USA war indische Musik einen Sommer lang vertreten. Seit das Sample eines alten Bollywoodfilms 2002 in einem Hip Hop-Track auftauchte, gehörten indische Vocals in verschiedenen Ausprägungen zum Standard – zumindest bis den Produzenten eine Klage über 500 Mio. Dollar ins Haus flatterte.

Dauer ca. 1 Stunde (mit Musikbeispielen), u.a. gehalten 2005 beim Kongress Import Export zum Kulturtransfer zwischen Indien, Deutschland und Österreich

II – Around the World

Mitte bis Ende der Sechzigerjahre fühlten sich viele westliche Musiker von der spirituellen Komponente traditioneller indischer Musik angezogen. Angefangen beim von den Beatles eingeleiteten Siegeszug der Sitar im Westen und Timothy Learys League of Spiritual Discovery bis hin zu den amerikanischen Minimalisten um La Monte Young und Terry Riley und deren 1970 begonnene Freundschaft zu Pandit Pran Nath, dem ‘nackten Sänger aus der Höhle von Tapkeshwar’. Im Laufe der Siebzigerjahre zeigten einige westdeutsche Musiker ein ähnlich großes Interesse an indisch inspirierten Rückzugsräumen wie japanische Produzenten zu Beginn des neuen Milleniums.

Dauer ca. 1 Stunde (mit Musikbeispielen), u.a. gehalten 2005 beim Kongress Import Export zum Kulturtransfer zwischen Indien, Deutschland und Österreich

cornershop
Foto auf der Cornershop 7″ In the Days Of Ford Cortina, 1993
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