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Freund/Feind-Akustik – Musik, Klang und Schalltechnik in militärischer Verwendung

54 Minuten, Deutschlandradio Kultur / WDR3 (2007), Übernahme: SWR

Marschieren, Motivieren, außer Gefecht setzen – akustische Mittel waren von jeher Teil militärischer Praxis und Strategie. Rhythmen von Märschen halten den Gleichschritt im Takt, gemeinsames Singen formt Kameradschaft, mit Lärm und schalltechnischen Waffen können Gegner unblutig zermürbt oder überwältigt werden. Wir hören vom Alltag in der Bundeswehr, psychologischer Kriegführung in Vietnam, Folter in Guantanamo und den neuesten nichttödlichen Waffen. Wie Klang und Akustik den Anforderungen des Krieges entsprechen, welche Mittel aus Musik und Sound entwickelt wurden und wie sie die Funktion der militärischen Logik erfüllen, davon berichtet diese Feature. (Details)

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Schallwaffe (Amok Journal)

Hallo, ich bin – Rausch und Rauschen digitaler Persönlichkeiten

53 Minuten, Deutschlandradio Kultur (2008), Übernahmen: NDR, WDR

Soziale Netzwerke und Dating-Börsen sind zu Alltagsphänomenen im Internet geworden. Und auch wer nicht bei MySpace registriert ist, stößt per Suchmaschine auf sein digitales Profil. Die Grenze zwischen öffentlich und privat verschiebt sich – und genau das wollten die alternativen Bewegungen, aus denen die Netzkultur hervorging. Kommunikation galt ihnen als Schlüssel zu friedlichem Zusammenleben und gesellschaftlichem Handeln. Was hat sich davon eingelöst?  (Details)

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Bild: blameitonthevoices.com

Die Leute sollen sich wohlfühlen – Strategien funktioneller Musik

55 Minuten, WDR3 (2004), Übernahme: Deutschlandradio Kultur, Hörstation beim Kongress ‘Doofe Musik’ im Rahmen des Anthropozän-Projekts, HKW Berlin, 2014

Man hört sie, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Funktionelle Musik erklingt in Kaufhäusern, Supermärkten, Hotels, U-Bahnen oder Flughäfen. Sie spricht uns an als Kunden, Konsumenten, Wartende, und die, die sie abspielen, tun dies mit ganz bestimmten Absichten. Seit die Firma Muzak Anfang der Dreißigerjahre anfing, Musikbeschallung als kommerzielle Dienstleistung anzubieten, haben sich die Musik wie die Ziele, die mit ihr verfolgt werden, gleichermaßen gewandelt – Musik als Kulisse für meist ganz unmusikalische Aktivitäten. Hartwig Vens und Paul Paulun untersuchen, wie und warum funktionelle Musik damals und heute versucht, auf ihr Publikum einzuwirken. (Details)

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Vorplatz Hamburg Hbf. (Foto: Hartwig Vens)

 

Im Klang des Nil – Auf den Spuren Soliman Gamils

53 Minuten, WDR3 (2011) Übernahme: BR

Als Howard Carter 1922 das Grab Tutanchamuns entdeckte, waren in Ägypten Forscher aus aller Welt der Vergangenheit auf der Spur. Schon als Kind begleitete Soliman Gamil einige von ihnen, um etwas über die Musik der pharaonischen Zeit zu erfahren. Im Anschluss an seine musikalische Ausbildung in Kairo und Paris zog er mit einem Tonbandgerät durch Ägypten, um traditionelle Rituale zu dokumentieren. Einige der Dorfmusiker lud er zu sich nach Kairo ein, um gemeinsam mit ihnen musikalisch zu experimentieren. Wie viele andere Künstler der Fünfziger- und Sechzigerjahre sah Soliman Gamil unter Präsident Nasser Möglichkeiten, die Idee einer neuen Gesellschaft mitzugestalten. (Details)

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Illustration: Chloe Griffin

Zukunft war gestern – Klangliche Utopien der Moderne und ihr Echo bis heute

43 Minuten, Deutschlandfunk (2012)

Im Mai 2011 spielte das Asasello-Quartett im Deutschlandfunk für eine Vinylveröffentlichung Anton Weberns Sechs Bagatellen für Streichquartett ein. Vielen gilt die extrem verdichtete, nur knapp vier Minuten lange Komposition aus dem Jahr 1913 als Geburtsstunde der Neuen Musik. Unter welchen Bedingungen entstand das Stück und wie ging man zu dieser Zeit anderswo mit bis dato gültigen tonalen Vorstellungen um? In Italien emanzipierte Luigi Russolo das Geräusch, für russische Futuristen ging das Entwickeln klanglicher Utopien einher mit der Forderung nach gesellschaftlicher Veränderung. Bis in die heutige Geräuschmusik taucht die für viele zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen Werke charakteristische atmosphärische Abstraktheit immer wieder auf. (Details)

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Illustration: IPPNW-concerts

Fluchtpunkt Indien – Gratwanderungen zwischen klanglicher Utopie und privatem Nirwana

100 Minuten, WDR3 (2006)

Bei der Wahrnehmung Indiens in der westlichen Welt spielte die Verbindung von Religion und Musik von jeher eine große Rolle. Die Sendung zeichnet Strömungen nach, die von der spirituellen Komponente indischer Musik geprägt waren: angefangen beim Mitte der Sechzigerjahre von den Beatles eingeleiteten Siegeszug der Sitar im Westen über Timothy Learys League of Spiritual Discovery zu den amerikanischen Minimalisten um La Monte Young und Terry Riley und ihrer persönlichen Beziehung zu Pandit Pran Nath, dem ‘nackten Sänger aus der Höhle von Tapkeshwar’. Westdeutsche Musiker der Siebzigerjahre bewegten sich ebenso wie in jüngerer Zeit japanische Produzenten in einem Spannungsfeld zwischen klanglicher Utopie und musikalisch generierten Rückzugsräumen.

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Anzeige für ein Konzert von Pandit Pran Nath, La Monte Young und Marian Zazeela in der Paula Cooper Gallery, 100 Prince Street, NYC, 1972 (Ausriss)

Sounding-D – Neue Klänge vermitteln

51 Minuten, Deutschlandfunk (2010)

Welchen Stellenwert hat das Hören in der Gesellschaft? Das Festival Sounding-D näherte sich dieser Frage im Sommer auf einer zweieinhalbwöchigen Reise durch Deutschland, indem es Neue Musik und Klangkunst in den öffentlichen Raum brachte. In 15 Städten wurden u.a. Parkhäuser, Bahnhöfe, Feldlandschaften, Lokschuppen und Hafenanlagen zu Konzertstätten erklärt, an denen Zuhörer ihre Umgebung durch Werke zahlreicher Komponisten neu erfahren konnte. (Details)

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Installation Outside In (Blue) von Robin Minard (Foto: Paul Paulun)

Spiel ohne Grenzen – Das integrative Genre-Hopping des Komponisten Yannis Kyriakides

54 Minuten, SWR2 (2006)

Yannis Kyriakides studierte in Den Haag beim Avantgarde-Komponisten Louis Andriessen, ist fester Bestandteil der im Amsterdamer Hausbesetzerumfeld verankerten elektronischen Improv-Szene und betreibt zusammen mit dem Gitarristen Andy Moor das breitspektral orientierte Label Unsounds. Die Sendung vermittelt Einblicke in diese Bereiche und stellt zwei als Live-Environments konzipierte Kompositionen vor. Für The Buffer-Zone diente Kyriakides die Demarkationslinie auf Zypern als Ausgangspunkt und in A ConSPIracy Cantata konfrontiert er die über Kurzwelle verbreiteten Geheimdienstnachrichten von Nummernsendern mit einer antiken Weissagung des Orakels von Delphi.

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die Pianistin Marion von Tilzer performt SPI (Bild: Luiz Yudo)

Morganatische Geschichtenerzähler – Alejandra und Aeron im Spannungsfeld zwischen Klangkunst, Kunstwelt und Neuer Musik

54 Minuten, SWR2 (2007)

Alejandra Salinas’ und Aeron Bergmans musikalische Projekte basieren überwiegend auf Field-Recordings. Ihre Dokumentationen des spanischen Landstrichs La Rioja und der Stadt Porto kommunizieren mit rein naturalistischen Klängen eine aktuelle Definition des dem Wandel der Zeit unterworfenen Begriffs Folklore. Andere Stücke von ihnen erfahren mittels elektronischer Methoden feine Modifizierungen. Solche Klänge bildeten  die Grundlage der Installation Revisonland, für die Alejandra und Aeron auf der Ars Electronica 2002 im Bereich Digitale Musik ausgezeichnet wurden.

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CD-Cover La Rioja
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